Am 22. Juli 2026 jährt sich das rassistische und rechtsterroristische Attentat am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München zum zehnten Mal. Damals ermordete ein rechtsextrem radikalisierter Täter neun Menschen – er wählte sie gezielt aus, weil sie in seinem rassistischen Weltbild keinen Platz hatten. Zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt und traumatisiert.
Der Anschlag reiht sich ein in eine Kette rechtsterroristischer Gewalttaten der vergangenen Jahrzehnte – vom Oktoberfestattentat 1980 über die Mordserie des NSU bis zu Halle und Hanau. Auch Sinti und Roma zählen zu den Betroffenen dieser Gewalt, zwei der Opfer in München stammten aus der Minderheit. Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Bayern e.V., erinnert daran, dass diese Gewalt Ausdruck einer Bedrohung ist, der Politik und Gesellschaft entschlossen begegnen müssen – statt sie, wie es beim OEZ-Anschlag zunächst geschah, als Einzeltat oder „Amoklauf“ zu verharmlosen. Erst nach anhaltendem Druck der Angehörigen und unabhängigen Gutachten wurde die Tat später von Behörden als das anerkannt, was sie war: ein rassistisch motivierter, rechtsterroristischer Anschlag. Für die Familien der Opfer bleibt diese Anerkennung ebenso wie die Aufklärung bis heute offener Fragen ein zentrales Anliegen.
Erich Schneeberger, Vorsitzender des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Bayern e.V., drückt seine Solidarität aus: „Wir stehen an der Seite der Überlebenden und der Hinterbliebenen. Wir fordern, dass die rassistische und antiziganistische Motivation solcher Taten von Anfang an ernsthaft in Betracht gezogen, ermittelt und benannt wird – nicht erst nach jahrelangem Kampf der Betroffenen.“
Zentrale Gedenkveranstaltung am 22. Juli
Die Landeshauptstadt München gedenkt der Opfer gemeinsam mit Angehörigen, Hinterbliebenen, Überlebenden und Unterstützer*innen am Mittwoch, 22. Juli, ab 16 Uhr (Einlass ab 15 Uhr) am Denkmal „Für Euch“ an der Hanauer Straße 77, vor dem OEZ. Es sprechen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Oberbürgermeister Dominik Krause sowie Hinterbliebene des Attentats. Um 17:51 Uhr, dem Tatzeitpunkt, wird mit einer Schweigeminute und Kranzniederlegung innegehalten; auch der Betrieb der Münchner Verkehrsgesellschaft wird für einen Moment unterbrochen. Die Namen der neun Ermordeten werden verlesen, musikalische Beiträge rahmen die Veranstaltung, die gegen 19 Uhr endet.

