Fürth und Hersbruck: Gedenken an die deportierten und ermordeten Sinti

11/03/26

Am 8. März 1943 begannen in Bayern massive Deportationen von Sinti in die Vernichtungslager. Auch Fürther und Hersbrucker Sinti wurden verhaftet und kurz darauf nach Auschwitz deportiert. Aus Anlass des 83. Jahrestages fanden in beiden Städten Gedenkveranstaltungen statt. In Fürth erinnerten Vertreter der Stadt und des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Bayern bereits am 6. März am Mahnmal auf dem Löwenplatz an die Opfer des nationalsozialistischen Völkermords. Am 8. März versammelten sich in Hersbruck Vertreter und Vertreterinnen der Stadt, des Landkreises, des Vereins Dokumentationsstätte Konzentrationslager Hersbruck und des Landesverbands sowie Angehörige der Opferfamilien am Gedenkzeichen im Rosengarten.

Bildrechte: VDSR

Fürths Zweiter Bürgermeister Markus Braun und Nino Schneeberger, Vorstandsmitglied des Landesverbands, bekräftigten in Fürth die historische Bedeutung des Gedenkens. „Das Vernichtungslager Auschwitz, das auch zum Grab für Fürther Sinti geworden ist, gilt heute als ein Symbol für den Zivilisationsbruch schlechthin“, so Schneeberger. Zugleich warnte er vor dem Erstarken rechtsradikaler Parteien und Bewegungen in Europa: „Der Anlass der heutigen Gedenkveranstaltung muss uns allen Mahnung sein, alles zu unternehmen, damit es nie wieder zur Ausgrenzung, Verunglimpfung und letztendlich Verfolgung von ganzen Bevölkerungsgruppen kommt.“

Bildrechte (Artikel/Titelbild): Verein Dokumentationsstätte KZ Hersbruck e.V.

Die Gedenkveranstaltung in Hersbruck wurde vom Verein „Dokumentationsstätte Konzentrationslager Hersbruck e.V.“ organisiert; dessen Vorsitzender Klaus Wiedemann und sein Vorgänger Peter Schön würdigten in bewegenden Worten die ermordeten Mitbürger und Mitbürgerinnen der Stadt. Auch Landrat Armin Kroder und Nino Schneeberger erinnerten in ihren Reden daran, dass 16 Hersbrucker Sinti der Familien Lehmann, Höllenreiner, Strauß und Schmitt im März 1943 aus der Stadt deportiert wurden – neun von ihnen wurden in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet. Unter den Teilnehmenden im Rosengarten waren Peter Lehmann und Rudolf Höllenreiner sowie weitere Angehörige der Opferfamilien.